Fotos vom Jugendleistungsabzeichen in Aidenbach

 

 

Zeitungsbericht vom Jugendfeuerwehrtag in Aidenbach

Spitze an der Spritze

 

Über 400 junge Menschen aus 74 Wehren zeigen beim Jugendfeuerwehrtag in Aidenbach ihr Können
von Martin Maier

 Alles im Griff hatten Sabrina Fuchs, Johanna Seidl und Marita Graf (von links, alle 15) von der Jugendgruppe der Feuerwehr Rathsmannsdorf beim Aidenbacher Jugendfeuerwehrtag. Sie mussten unter der Aufsicht von Feuerwehrfunktionären unter anderem zwei Saugschläuche kuppeln.  − Fotos: MaierAlles im Griff hatten Sabrina Fuchs, Johanna Seidl und Marita Graf (von links, alle 15) von der Jugendgruppe der Feuerwehr Rathsmannsdorf beim Aidenbacher Jugendfeuerwehrtag. Sie mussten unter der Aufsicht von Feuerwehrfunktionären unter anderem zwei Saugschläuche kuppeln.  − Fotos: Maier

 

Eigentlich stehen Marita Graf und Sophia Ragaller am Wochenende nie früh auf. Doch an diesem Samstag, dem Feuerwehrjugendtag mit Abnahme des Bayerischen Jugendleistungsabzeichens in Aidenbach, verließen die 15-jährigen Schülerinnen am Gymnasium Vilshofen schon um sieben Uhr morgens das Bett. Für das Ehrenamt müsse man auch mal kleine Opfer bringen, meinten die beiden Mitglieder der zu siebt angereisten Rathsmannsdorfer Feuerwehrjugendgruppe. Mit dieser Einstellung waren sie nicht allein. Über 400 Jugendfeuerwehrler zwischen zwölf und 18 Jahren von 73 Wehren aus dem Landkreis Passau und eine Wehr aus Österreich kamen an dem Tag an die Aidenbacher Mittelschule und zeigten, dass sie "spitze an der Spritze sind", wie Landrat Franz Meyer lobte.

Im praktischen Teil am Schulgelände ging es zum Beispiel darum, einen Mastwurf anzulegen, Schläuche auszuwerfen oder zu kuppeln. In der Schule brüteten die Jugendlichen über einem Fragebogen: Welche Gegenstände gehören zur Schutzausrüstung von Feuerwehranwärtern? Welches Abzeichenträgt ein Kommandant am Helm? Was bedeutet "Retten"? Es handle sich hierbei um Kenntnisse, die ein Feuerwehrler auch um drei Uhr nachts parat haben müsse, so Kreisbrandmeister Lothar Venus.

Bei einem Wissenstest in der Aula der Aidenbacher Mittelschule mussten die Nachwuchskräfte einen Fragebogen ausfüllen.Bei einem Wissenstest in der Aula der Aidenbacher Mittelschule mussten die Nachwuchskräfte einen Fragebogen ausfüllen.

Bei seiner Station, an der Jugendliche Saugschläuche kuppeln müssen, herrscht reges Treiben. Vor Venus steht ein Schiedsrichter, der die Zeit misst. Gerade ist die Jugendgruppe der Feuerwehr Kasberg bei Wegscheid an der Reihe. "Auf die Plätze, fertig, los", ruft der Schiedsrichter. Vier Burschen heben in Zweiergruppen zwei mächtige Schläuche hoch, schrauben sie flink zusammen, der Schiedsrichter ist zufrieden. Lothar Venus macht ein Kreuz auf einer Prüfungsübersicht, die jungen Wehrler schwitzen.

Einer von ihnen ist Julian Hohenecker (14). Er ist Schüler, seit einem Jahr bei der Feuerwehr und meint, man werde ganz schön gefordert. Doch die Truppe werde die Prüfungen meistern, sagt sein Kollege Dominik Peschl (16). Vor zwei Wochen hat die Jugendgruppe begonnen, sich auf den Tag vorzubereiten. Die Theorie sei nervig gewesen, meinen die beiden.

Als die jungen Männer bei einer kleinen Feierstunde am Mittag wie erhofft ihre Leistungsabzeichen bekommen, sind die Mühen vergessen. Landrat Meyer, Aidenbachs Bürgermeister Karl Obermeier sowie die Feuerwehrfunktionäre Kreisbrandmeister Robert Grabler und Kreisbrandrat Josef Ascher gratulieren, bei einer Dankandacht, die Aidenbachs evangelische Pfarrerin Tanja Schultheiß hält, geht es um den Wert des Ehrenamts für die Gesellschaft.

Herausgestellt wird auch die Leistung der rund 100 Helfer aus den teilnehmenden Wehren – darunter 70 Schiedsrichter – die sich an dem alle zwei Jahre stattfindenden Tag beteiligten. Julian und Dominik meinen, sie wollen auch später bei der Feuerwehr mithelfen.

Die Funktionäre hören es gern. Denn den Feuerwehren in Bayern mangelt es an Nachwuchs. Zwar sind momentan noch 35 000 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren im Freistaat im Einsatz, im Landkreis Passau sind es 1350. Doch wegen des demographischen Wandels ist in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Rückgang an Wehrlern zu rechnen. "Wichtig ist, dass die jungen Menschen früh reinschnuppern und im Idealfall eine lebenslange Gemeinschaft aufbauen", meint Kreisbrandmeister und Veranstaltungsleiter Grabler.

Bei den Rathsmannsdorfer Mädels scheint der Gemeinschaftssinn zu stimmen. Sie sind auch privat befreundet. Am Ende hat sich das wochenlange Training für sie gelohnt, sie freuen sich über die bestandene Prüfung. Am gestrigen Sonntag standen für Marita Graf und Sophia Ragaller wieder Vorbereitungen für die Schule an. Dazu meinten die Mädchen einhellig, dass ihnen Feuerwehrveranstaltungen deutlich lieber seien.

 
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erstellt am: 19.09.13
geändert am: 1488992711 Erstellt von Thomas Hoffmann | Gesamtaufrufe dieser Seite: 2318
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